WHAT HAPPENED TO MONDAY?

Lichtspielhaus – Neues aus der Sneak

„Monday you can fall apart…“

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der Weltbevölkerung mehr als verdoppelt. Rohstoffknappheit und Lebensmittelengpässe sind die Folge. Um die Lebensmittelproduktion wieder steigern zu können, werden die Pflanzen gentechnisch behandelt. Zwar ist dadurch die Lebensmittelzufuhr wieder einigermaßen gedeckt, allerdings hat die Genmanipulation auch einen nachhaltigen Einfluss auf den genetischen Code des Menschen. Dies führt wiederum dazu, dass Mehrlingsgeburten zunehmen und die Zahl der Bevölkerung weiter drastisch wächst.

Doch nicht nur für den Menschen sind die Auswirkungen spürbar, sondern auch für den gesamten Planeten. Wälder werden abgeholzt und Tiere sterben nach und nach aus, die Polkappen schmelzen und der Meeresspiegel steigt, die Luftqualität wird zunehmend schlechter und ein vom Menschen verursachter Klimawandel, ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Dies ist der Beweggrund für Nicolette Cayman (Glenn Close) und ihre Gefolgschaft, die Ein-Kind-Politik einzuführen. ‚One Earth. One Child.‘ ist der Titel ihrer Kampagne, die es erlaubt, lediglich ein Kind pro Familie zu haben. Sollten dennoch mehr Kinder gezeugt werden, so hat ausschließlich das erstgeborene Kind das Anrecht darauf weiterzuleben. Alle weiteren Geschwister werden in den sogenannten Cryo-Schlaf versetzt und erst dann wieder aus diesem herausgeholt, wenn ‚bessere Zeiten‘ angebrochen sind.

Für Terrence Settman (Willem Dafoe) ist diese Politik kein Segen, hat er doch soeben seine Tochter verloren, welche bei der Geburt von Siebenlingen ums Leben kam. Er sieht sich gezwungen, seine Enkeltöchter, Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday und Sunday, bei sich aufzunehmen und vor dem Cryo-Schlaf zu beschützen. Dafür entwirft er einen Plan, welcher besagt, dass sie für die Außenwelt alle ein und dieselbe Identität annehmen und nur zu Hause sie selbst sein dürfen. Die oberste Regel lautet – Pro Tag darf nur eine von ihnen das Haus verlassen. Die zweite Regel lautet – Alles, was einer widerfährt, hat Auswirkungen auf alle von ihnen.

Zu einer Einheit zusammengeschweißt, behalten die sieben Schwestern auch noch Jahre später diese Strategie bei. Bis eine von ihnen, Monday, plötzlich spurlos verschwindet und die restlichen Sechs sich auf die Suche nach ihr begeben. Als auch noch Agenten bei ihnen zu Hause auftauchen und sie umbringen wollen, dämmert ihnen, dass ihre geheimen Existenzen aufgeflogen sind. Doch wer hat sie verraten und warum will man sie gleich umbringen? Und vor allem, wo ist Monday und wie kommen sie alle lebend aus dieser Sache wieder heraus?

Relativ schnell nach Beginn des Films wird klar, dass die durchaus interessante Grundgeschichte, einem simpel gestrickten Actionfilm im Science-Fiction-Gewand weichen muss. Zwar bleiben die Themen ‚Überbevölkerung‘ und ‚Ein-Kind-Poltik‘ stets präsent, allerdings wird in WHAT HAPPENED TO MONDAY? nie zum Kern dieser Problematik vorgedrungen. Doch auch sonst hat der Film von Tommy Wirkola mit einigen Problemen zu kämpfen. Schon der Einstieg ist nicht wirklich als ‚gelungen‘ zu bezeichnen. Während die gezeigten Realbildaufnahmen dem Film zuerst einen dokumentarischen Charakter verleihen und durchaus Interesse wecken, so ist der Wechsel zu den Spielfilmaufnahmen sehr abrupt und holprig. Auch der Extremfall mit den Siebenlingen und die Tatsache, dass sie einfach nach Wochentagen benannt werden, sorgt für Kopfschütteln. Hinzu kommen teilweise hölzerne Dialoge, überspitzt dramatische Momente, ein Score, der zu dick aufträgt und einige Logiklöcher.

Doch wo Schatten ist, da ist bekanntlich auch Licht und auch WHAT HAPPENED TO MONDAY? hat ein paar leuchtende Momente zu bieten. So ist die Action grundsolide und wirkt handgemacht. Zudem bekommt der Film durch gezielt eingesetzte Bluteffekte eine gewisse Härte und wirkt dadurch realistischer. Auch gibt es ein paar humoristische Einlagen, die zwar nicht unbedingt zum Grundton passen, aber dennoch gut platziert sind und deshalb zünden. Aber vor allen Dingen die Darsteller schaffen es, den Film vor einem Totalabsturz zu bewahren. Allen voran Noomi Rapace. Dass SchauspielerInnen auch mal zwei verschiedene Rollen in einem Film übernehmen, ist schon häufiger vorgekommen, aber gleich sieben Figuren zu spielen und jeder einzelnen eine eigene Identität zu verleihen, ist eine Leistung, die definitiv gewürdigt werden muss.

So bleibt WHAT HAPPENED TO MONDAY? ein ambitionierter Sci-Fi-Action-Thriller, der auf der einen Seite viel Potenzial verschenkt, aber auf der anderen Seite solide Action und ein sehr gutes Schauspiel bietet und der, wenn man über die Schwächen hinwegsehen kann, den/die Zuschauerin mit einem durchaus positiven Gefühl aus dem Kinosaal entlässt.

„… Tuesday, Wednesday break my Heart. Oh, Thursday doesn’t even start, it’s Friday I’m in Love.“

 

Punkte: 08 von 15

OT: WHAT HAPPENED TO MONDAY

Start: 12.10.2017

Land & Jahr: FRA, USA, BEL, 2017

Regie: Tommy Wirkola

Darsteller: Noomi Rapace, Willem Dafoe, Glenn Close, Pål Sverre Valheim Hagen, Marwan Kenzari u.a.

FSK: 16

Geschnitten: Nein

Bildquelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/200686/bilder/?cmediafile=21428375


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