KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE

 im KinoiLichtspielhaus – Die große Leinwand

Eine Anti-Drogen-Kampagne mal anders…

Fortsetzungen haben es beim Publikum immer schwer. Die Reaktionen sind oft eher verhalten bis ablehnend. Dies mag eventuell daran liegen, dass man den Filmen ansieht, dass sie nur des Geldes wegen gedreht wurden oder vielleicht auch daran, dass die Erwartungen schlicht zu hoch sind. Auch bei KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE ist erkennbar, dass die Reaktionen durchaus verhaltener ausfielen, als noch beim ersten Teil, KINGSMAN: THE SECRET SERVICE. Doch woran kann das liegen?

Es ist möglich, dass es an den Schwächen des Films liegen mag, denn davon würde KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE durchaus ein paar offenbaren. Angefangen bei der Story:

Ein Bösewicht bzw. in diesem Fall eine Bösewichtin, samt geheimer Bösewichtorganisation, einem riesigen Drogenkartell namens The Golden Circle, bedroht mal wieder die Welt. Auch die Geheimorganisation Kingsman bekommt diese Bedrohung zu spüren und wird durch gezielte Raketenabschüsse fast vollständig ausgelöscht. Nur Eggy (Taron Egerton) und Merlin (Mark Strong), die wir aus dem ersten Teil kennen, überleben diese Anschläge. Nebenbei werden Millionen von Menschen aufgrund von Drogenkonsum mit einem Virus, welcher natürlich von dem Golden Circle in die Drogen gemischt wurde, infiziert und nun liegt es an den beiden Kingsmen, die Welt zu retten und ein Gegenmittel zu beschaffen. Dabei bekommen sie Hilfe von den Statesman, ihrem amerikanischen Gegenstück.

So weit, so klischeehaft. Dem werden natürlich tot geglaubte Personen aus dem ersten Teil, die nun wieder quietsch lebendig sind, hinzugefügt, es gibt teils abgestandene Plottwists und das typische Fortsetzungssyndrom, denn auch KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE möchte vor allem eines sein: Höher, schneller und weiter als sein Vorgänger. Und das ist ihm in gewisser Weise auch gelungen, so ist zum einen die Laufzeit von knapp 129 Minuten auf stolze 141 Minuten angestiegen. Und auch die Action wurde, im Gegensatz zum ersten Teil, noch einmal deutlich angehoben.

Doch ist das wirklich schlimm? Macht dies einen zweiten Teil wirklich zu einem schlechten Film, nur weil er mehr will? Nicht zwingend und auch im Fall von KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE wären die Schwächen wirkliche Schwächen, wenn es sich dabei nicht um einen Kingsman-Film handeln würde. Denn auch der zweite Teil ist natürlich eins – eine Parodie auf Agentenfilme. Und so gehören eben eine hanebüchene Story, für tot geglaubte Figuren und vorhersehbare Wendungen zum guten Ton. Und auch die Action macht wieder mal Spaß. Man denke nur an das geniale Gemetzel in der Kirche aus dem ersten Teil, nur eben hier auf 141 Minuten verteilt. So macht der Film auch gleich zu Beginn klar, wie der Hase läuft und dass die kommenden knapp zweieinhalb Stunden definitiv nicht langweilig werden.

Außerdem machen die SchauspielerInnen ihre Sache wirklich gut. Man merkt ihnen den Spaß, den sie beim Dreh hatten, förmlich an. Und auch wenn das Szenario der Bedrohung im ersten Teil ein wenig origineller war, so steht Julienne Moore als drogenkartellleitende Poppy Adams dem Bösewicht aus dem ersten Teil in Nichts nach. Zudem sind die Nebenfiguren sehr gut besetzt und fügen sich nahezu perfekt in die Riege mit ein.

Einziges wirkliches Manko des Films sind die Spezialeffekte, denen teilweise anzusehen ist, dass sie aus dem Computer stammen. Dies macht ein wenig den handwerklichen Eindruck zu nichte und raubt in manchen Action-Szenen ein wenig den Spaß, doch war dies im ersten Teil auch schon der Fall.

Alles in allem hat KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE sowohl die kleinen, tatsächlichen Schwächen, aber auch die Stärken des ersten Teils übernommen. Zwar ist der Film nicht ganz so gewitzt und smart wie sein Vorgänger, dafür eben höher, schneller und weiter und im Falle eines Kingsman-Films ist das durchaus ein Kompliment.

„Frisch, frech und völlig absurd.“

 

Punkte: 12 von 15

OT: KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE

Start: Bereits im Kino

Land & Jahr: GB, USA 2017

Regie: Matthew Vaughn

Darsteller: Taron Egerton, Mark Strong, Julianne Moore, Hanna Alström, Halle Berry, Jeff Bridges, Channing Tatum, Pedro Pascal u.a.

Laufzeit: ca. 141 min.

FSK: 16

Geschnitten: Nein

Bildquelle: http://www.imdb.com/title/tt4649466/mediaviewer/rm1096888576


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s