SHORTS – SPECIAL: ZOMBIE-WEEK

Neben den regulären Filmbesprechungen, welche hier auf wordspersecond. erscheinen, veröffentliche ich zusätzlich auf Letterboxd und Moviepilot zumeist etwas kürzere Reviews.

Am 21. Mai ist Zack Snyders neuer Zombie-Heist-Film ARMY OF THE DEAD auf Netflix erschienen. Dies habe ich zum Anlass genommen, um mich eine Woche lang (naja, zumindest für fünf Tage) mit meinem liebsten Film-Genre zu beschäftigen – dem Zombie-Film. Das heißt, von Montag bis Freitag habe ich mir pro Tag jeweils einen ausgewählten Zombie-Film angesehen und anschließend auf Letterboxd sowie Moviepilot dazu eine Kurzreview veröffentlicht. Zu den ausgewählten Filmen zählen:

NIGHT OF THE LIVING DEAD, DAWN OF THE DEAD (1978), DAWN OF THE DEAD (2004), LITTLE MONSTERS und ARMY OF THE DEAD.

Hier findet ihr alle erschienen Reviews noch einmal zusammengefasst:


Quelle: NIGHT OF THE LIVING DEAD, Splendid Film GmbH

NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968)

OT: NIGHT OF THE LIVING DEAD | Land & Jahr: USA, 2068 | Regie: George A. Romero | Darsteller:innen: Judith O’Dea, Duane Jones u.a. | Freigabe: FSK 16 | Laufzeit: ca. 96 min

Mit welchem Film sollte ich sonst in diese Woche starten, wenn nicht mit dem Ur-Vater des ‚modernen‘ Zombie-Films?

Wobei ich bei George A. Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD zugegeben etwas befangen bin. Nicht umsonst habe ich (Achtung: Weird Flex) meine Bachelor-Arbeit genau über diesen Film geschrieben.

Dieser Film ist einfach ein absoluter Klassiker, der nach wie vor in einigen Punkten hoch aktuell ist. Eine Seuche, die losbricht und der immer mehr Menschen zum Opfer fallen. Ein (wenn auch nicht unbedingt beabsichtigter) Kommentar zum Thema Rassismus. Und eine US-amerikanische Gesellschaft, die lieber zuerst schießt, anstatt Fragen zu stellen.

Sicherlich wird das Ganze ziemlich pessimistisch dargeboten und das Frauenbild ist wahrlich mehr als angestaubt. Aber zumindest für den letzteren Punkt hat sich George A. Romero in dem noch einmal etwas besseren Nachfolgefilm DAWN OF THE DEAD ein wenig zu revanchieren versuchtt und eine stärkere, aktivere Frauenfigur geschrieben.

Nichtsdestotrotz und um es kurz zu sagen: George A. Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD ist Pflichtprogramm!

BEWERTUNG
Letterboxd: 4,5 von 5
Moviepilot: 9 von 10 (Herausragend)


Quelle: ZOMBIE – DAWN OF THE DEAD, Koch Films

DAWN OF THE DEAD (1978)

OT: DAWN OF THE DEAD | Land & Jahr: USA, 1978 | Regie: George A. Romero | Darsteller:innen: Gaylen Ross, David Emge, Ken Foree, Scott Reiniger u.a. | Freigabe: FSK 18 | Laufzeit: ca. 119 min

Nach NIGHT OF THE LIVING DEAD hat George A. Romero mit DAWN OF THE DEAD einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Zombie-Films geschaffen.

Auch im zweiten Teil seiner …-OF-THE-(LIVING)-DEAD-Reihe schlägt Romero wieder gesellschaftskritische Töne an. Die Untoten dienen hier als Metapher für unsere unersättliche Gier nach immer mehr. Und nicht umsonst stranden die Protagonist:innen des Films in einem riesigen Einkaufszentrum – dem Ort des grenzenlosen Konsums.

Klar, die langsam schlurfenden, blaugesichtigen Untoten jagen heute niemandem mehr einen Schauer über den Rücken und generell empfiehlt es sich den Film eher als Satire, denn als Horrorfilm zu betrachten. Aber nichtsdestotrotz ist DAWN OF THE DEAD für mich nach wie vor einer der besten und intelligentesten Zombie-Filme aller Zeiten.

PS: Für meine Zombie-Woche habe ich mir den Argento-Cut a.k.a. den Euro-Cut des Films angeschaut.

BEWERTUNG
Letterboxd: 5 von 5
Moviepilot: 9,5 von 10 (Herausragend)


Quelle: DAWN OF THE DEAD, Universal Pictures

DAWN OF THE DEAD (2004)

OT: DAWN OF THE DEAD | Land & Jahr: USA, 2004 | Regie: Zack Snyder | Darsteller:innen: Sarah Polley, Ving Rhames, Jake Weber u.a. | Freigabe: FSK 18 | Laufzeit: ca. 100 min

Zack Snyders DAWN OF THE DEAD aus dem Jahr 2004 ist ein Quasi-Remake von George A. Romeros Film aus dem Jahr 1978. Wobei sich im Grunde nur die grundlegende Prämisse gleicht: Bereits tot geglaubte kehren aus dem Jenseits zurück und trachten nach dem Fleisch der Lebenden. Infizierte verwandeln sich ebenfalls früher oder später in Untote und eine Gruppe von Überlebenden versucht sich in einem Kaufhaus zu verbarrikadieren.

Zweifelsohne ist Zack Snyders DAWN OF THE DEAD ein ganz passabler Vertreter des Zombie-Films. Allerdings fehlt es ihm an Relevanz. Das Hauptaugenmerk wurde spürbar auf die Action und den Blutgehalt gelegt, wodurch der Film leider etwas lieb- und leblos daherkommt.

BEWERTUNG
Letterboxd: 2,5 von 5
Moviepilot: 5,5 von 10 (Geht so)



Quelle: LITTLE MONSTERS, Splendid Film GmbH

LITTLE MONSTERS

OT: LITTLE MONSTERS | Land & Jahr: AUS, UK, USA, 2019 | Regie: Abe Forsythe | Darsteller:innen: Alexander England, Lupita Nyong’o u.a. | Freigabe: FSK 16 | Laufzeit: ca. 94 min

Der erfolglose Musiker Dave und die Erzieherin Audrey („Miss Caroline“) unternehmen mit einer Kindergartengruppe einen Ausflug zu einer Farm. Währenddessen schaffen es Zombies aus einer nahegelegenen Militärbasis auszubrechen. Nach und nach fallen die Besucher:innen der Farm den Untoten zum Opfer und verwandeln sich wenig später selbst in blutrünstige Zombies. Nun müssen Dave und Audrey nicht nur versuchen, den Ernst der Lage vor den Kindern zu verbergen, indem sie ihnen die Situation als Spiel verkaufen, sondern sie müssen es auch irgendwie schaffen, gemeinsam mit ihren Schützlingen lebend aus diesem Schlamassel wieder herauszukommen.

Eigentlich klingt das nach einer ziemlich neckischen Prämisse und im Großen und Ganzen ist der Film auch recht unterhaltsam. Doch gerade die ersten 20 Minuten von LITTLE MONSTERS erweisen sich als äußerst zäh. Dave ist ein echter Kotzbrocken und macht es einem nicht gerade leicht, Sympathien für ihn zu entwickeln. Erst als die kinderliebende Erzieherin Audrey und ihre goldige Kindergartengruppe auf den Plan treten, schafft es der Film nach und nach einen guten Flow zu finden.

In vielen Fällen sind Kinderfiguren im Film eher schwierig, weil nervig. Doch in diesem Fall sind ausnahmslos alle Kinder total knuffig. Wobei es schon durchaus unrealistisch ist, dass ausnahmslos alle Kinder dieser Gruppe pflegeleicht sind. Aber geschenkt. Vielleicht sind die Kinder auch einfach nur so pflegeleicht, weil die äußerst sympathische Erzieherin Audrey stets weiß, wie sie in welcher Situation reagieren muss – auch wenn sie dadurch manchmal wie einer Art ‚Supererzieherin‘ wirkt. Aber nichtsdestotrotz liefert Lupita Nyong‘o hier wieder eine wunderbare Schauspielleistung ab.

Schade ist nur, dass der Film das Potenzial seiner Idee nicht ganz auszuschöpfen weiß. Zwar schafft es Regisseur und Drehbuchautor Abe Foresythe dem Zombie-Genre ein paar neue (wenn auch zu vernachlässigende) Aspekte hinzuzufügen und hier und da mit amüsanten Ideen aufzuwarten. Allerdings hätte es dem Film gut gestanden, wenn an der einen oder anderen Stelle lieber auf so manch unsinnigen Hau-drauf-Gag oder unwitzigen derben Spruch verzichtet worden wäre. Stattdessen hätte man die Absurdität der Grundidee viel mehr auf die Spitze treiben können.

So lautet mein Fazit aber, wie bereits schon erwähnt: LITTLE MONSTERS ist eine zumeist recht unterhaltsame Zombie-Komödie.

BEWERTUNG
Letterboxd: 3 von 5
Moviepilot: 6,5 von 10 (Ganz gut)


Quelle: ARMY OF THE DEAD, Netflix

ARMY OF THE DEAD

OT: ARMY OF THE DEAD | Land & Jahr: USA, 2021 | Regie: Zack Snyder | Darsteller:innen: Dave Bautista, Matthias Schweighöfer, Ella Purnell u.a. | Freigabe: ??? | Laufzeit: ca. 148 min

Zombie-Woche 5/5

Auch wenn ich kein sonderlich großer Fan von Zack Snyders DAWN OF THE DEAD- Version bin, so war ich dennoch sehr gespannt darauf, was er mit ARMY OF THE DEAD auf die Beine stellen würde.

Die Idee hinter diesem Film: Die beiden Genres Zombie- und Heist-Film zusammenzuführen.

Die Prämisse: Ein Casino in der zombifizierten Sperrzone Las Vegas soll ausgeraubt und der darin befindliche Tresor um 200 Millionen Dollar erleichtert werde.

Klingt erst einmal nicht besonders logisch? Ist es auch nicht. Aber in ARMY OF THE DEAD kommt es auch nicht auf die Logik an. Viel eher scheint Zack Snyder an dem größtmöglichen Spektakel interessiert zu sein. Und so wirkt es dann auch, als hätte sich das Kind in Zack Snyder einen riesigen Traum erfüllen dürfen.

So darf der Raub nicht einfach irgendwo stattfinden. Der Schauplatz muss definitiv Las Vegsas sein. Und natürlich sind es fast ausschließlich harte Typen, die hier die tödliche Mission antreten, weil eben nur sie hart genug sind, um diese Mission auch durchziehen zu können. Die Figuren, die nicht zu den harten Typen zählen, sind aber immerhin Abziehbilder von anderen Stereotypen. Und selbstverständlich muss es hier und da auch ordentlich rumsen. Wenn ein Auto etwa in ein anderes fährt, dann muss der Materialschaden so groß wie möglich sein – am besten abgerundet von einer deftigen Explosion. Gesellschaftskritische Ansätze gäbe es im Film zwar, allerdings gehen diese im Bombast sang- und klanglos unter.

Hinzu kommen hölzerne Dialoge und ein zumeist hölzernes Schauspiel, mitunter billige CGI-Effekte und ein furchtbarer Weichzeichner-Effekt, der über das Bild gelegt wurde, sowie der Fakt, dass der Film mit 148 Minuten einfach viel zu lang geraten ist. Aber Zack Snyder kennt sich ja bereits bestens damit aus, seine Filme hoffnungslos zu überladen.

Was ich ihm allerdings zu Gute halten muss, ist, dass er in Sachen Zombiegeschichte seine Hausaufgaben wirklich gemacht hat. So originell und stimmig wurden die verschiedensten Zombie-Motive in jüngster Zeit selten miteinander verwoben. Wo er bei der Figurenzeichnung auf Nuancen verzichtet hat, hat er hier Liebe zum Detail bewiesen.

Und auch wenn ich in meiner Review größtenteils nur gemeckert habe, so musste ich mit Erschrecken auch feststellen, dass sich das Kind in mir stellenweise offenbar angesprochen gefühlt hat. Hier und da ertappte ich mich dabei, wie ich tatsächlich Spaß mit dem ganzen Unsinn zu haben schien.

Rational betrachtet weiß ich zwar, dass das, was hier abgeliefert wurde, ganz schön großer Quatsch ist. Aber zumindest das Kind in mir wartet schon gespannt auf das Prequel ARMY OF THE THIEVES sowie die ebenfalls angekündigte Animationsserie ARMY OF THE DEAD: LOST VEGAS. Dem Erwachsenen in mir graut jedoch schon davor…

BEWERTUNG
Letterboxd: 2,5 von 5
Moviepilot: 5,5 von 10 (Geht so)




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