MONTHLY SHORTS No. 9

Neben den regulären Filmbesprechungen, welche hier auf wordspersecond. erscheinen, veröffentliche ich zusätzlich auf Letterboxd und Moviepilot zumeist etwas kürzere Reviews. Die seither in diesem Monat erschienenen Kurzreviews werden nachträglich noch einmal gebündelt und unter der Rubrik monthly shorts. auf diesem Blog veröffentlicht werden.


Bildquelle: Warner Bros. Entertainment Inc.

MATRIX

OT: THE MATRIX | Land & Jahr: USA, 1999 | Regie: Lana & Lilly Wachowski | Darsteller:innen: Keanu Reaves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss u.a. | Freigabe: FSK 16 | Laufzeit: ca. 136 min

Ich bin zwar kein großer Fan der MATRIX-Trilogie, dies liegt aber gewiss nicht am ersten Teil. Denn auch wenn THE MATRIX inzwischen knapp 21 Jahre alt ist, so ist der Film erstaunlich gut gealtert. Klar, der 90er-Jahre-Charme ist nicht von der Hand zu weisen und so einige Effekte sehen wahrlich nicht mehr gut aus. Aber die Kampfszenen machen auch heute immer noch Spaß und der Film hält perfekt die Balance zwischen Action und Storytelling, wobei der thematische Unterbau für einen Blockbuster erstaunlich philosophisch geraten ist.

Die Wachowskis haben ein feines Händchen dafür bewiesen, das Publikum gleich von Beginn an in diese Welt zu entführen. Als Zuschauer:in schluckt man bereitwillig die rote Pille und folgt ihnen in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus. THE MATRIX ist ein (fast) perfekter Auftakt in ein Universum, dessen Versprechen die beiden nachfolgenden Teile nicht einhalten konnten.

BEWERTUNG
Letterboxd: 4 von 5
Moviepilot: 8 von 10 (Ausgezeichnet)


MATRIX RELOADED

OT: THE MATRIX RELOADED | Land & Jahr: USA, 2003 | Regie: Lana & Lilly Wachowski | Darsteller:innen: Keanu Reaves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss u.a. | Freigabe: FSK 16 | Laufzeit: ca. 138 min

Mit ihrem zweiten Teil ihrer MATRIX-Trilogie wollten die Wachowskis noch höher, noch schneller, noch weiter – und haben damit den wohl typischsten Fehler begangen. In THE MATRIX RELOADED bieten sie zwar mehr Action, aber auch mehr CGI, wodurch ganze Szenen so wirken, als würden sie regelrecht aus einem Computerspiel stammen. Das geschwisterliche Regie-Duo ergötzt sich förmlich an den computergenerierten Actioneinlagen.

Vermutlich sollten die Kugelhagel, Zeitlupen-Effekte und Explosionen darüber hinwegtäuschen, dass den beiden kreativen Köpfen offenbar doch nicht mehr allzu viel Kreatives einfallen wollte – abgesehen von wenigen interessanten Figuren und spannenden Orten. Nur leider sieht das alles selten wirklich gut aus und kann somit kaum über die fehlende Substanz hinwegtäuschen.

BEWERTUNG
Letterboxd: 2 von 5
Moviepilot: 4 von 10 (Uninteressant)


MATRIX REVOLUTIONS

OT: THE MATRIX REVOLUTIONS | Land & Jahr: USA, 2003 | Regie: Lana & Lilly Wachowski | Darsteller:innen: Keanu Reaves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss u.a. | Freigabe: FSK 16 | Laufzeit: ca. 129 min

THE MATRIX REVOLUTIONS ist, zumindest was die Action angeht, wieder etwas mehr auf Kurs, als noch sein unmittelbarer Vorgänger. Zwar bietet auch der dritte Teil eine wortwörtliche CGI-Schlacht, aber immerhin sind die Kampfszenen – ausgenommen vom Showdown – wieder etwas geerdeter.

Zwar musste dieser Film noch einmal etwas mehr von seinem philosophischen Unterbau einbüßen und inhaltlich passiert hier nicht wirklich viel. Aber dennoch ist THE MATRIX REVOLUTIONS, gerade im direkten Vergleich zum zweiten Teil, ein immerhin okayer Abschluss der Trilogie, der aber damals schon die digitale Hintertür für einen potenziellen vierten Teil offen gehalten hat.

BEWERTUNG
Letterboxd: 3 von 5
Moviepilot: 6 von 10 (Ganz gut)


Bildquelle: 20th Century Studios

WIDOWS

OT: WIDOWS | Land & Jahr: USA, UK, 2018 | Regie: Steve McQueen | Darsteller:innen: Viola Davis, Elizabeth Debicki, Michelle Rodriguez u.a. | Freigabe: FSK 16 | Laufzeit: ca. 130 min

Zwei Millionen Dollar können Harry (Liam Neeson) und seine Crew bei ihrem Coup erbeuten. Allerdings geht etwas schief und sie schaffen es nicht mehr lebend heraus. Ihre hinterbliebenen Frauen müssen nun mit ihren Verlusten zurechtkommen – jede für sich allein. Bis schließlich der Bestohlene an der Tür von Harrys Frau Veronica (Viola Davis) klopft und sein Geld zurückfordert. Mit dem Wissen, dass nicht viel weniger als ihr Leben auf dem Spiel steht, nimmt sie Kontakt zu den anderen Frauen auf. Und gemeinsam schmieden sie einen gefährlichen Plan.

Es ist schon eine sehr trübe und brutale Welt in WIDOWS, welche hauptsächlich von korrupten Männern dominiert wird. Und in dieser Welt müssen sich die titelgebenden Witwen behaupten. Auf dem ersten Blick könnte man vermuten, dass WIDOWS aufgrund des actionreichen Einstiegs und des versammelten Ensembles ein typischer Blockbuster ist. Doch blickt man hinter diese Popcorn-Kino-Fassade, wird recht schnell deutlich, dass der Film mehr als nur Action und finstere Gestalten zu bieten hat. Fernab einer einfachen Schwarz-Weiß-, Gute-Böse-Dichotomie, gibt es hier viele, viele (Dunkel-)Grautöne.

Das Gezeigte ist komplex. Ebenso komplex wie die Figuren. Und um diese Komplexität auf den Bildschirm zu bannen, nimmt sich der Film viel Zeit. Dadurch kann es mitunter zu der einen oder anderen gefühlten Länge kommen. Zum einen, weil es zunächst schwer fällt, die Motive der auftretenden Charaktere zu durchblicken und eine Identifikationsfigur auszumachen. Und zum anderen, weil es eine Weile in Anspruch nimmt, bis die „tödlichen Witwen“ (so der wirklich bescheuerte Zusatz des deutschen Verleihtitels) zusammenfinden.

Vielleicht ist es aber auch eine Krankheit des Ensemble-Films generell. Denn es werden viel zu viele Figuren eingeführt und viel zu viele talentierte Darsteller:innen werden fast schon verschenkt besetzt. Kann sich damit aber arrangieren, dass hier zahlreiche Namen und Gesichter gemerkt, viele rote Fäden gezogen und Verbindungen hergestellt werden müssen, dann wird man mit einer spannenden Geschichte und einem wahrlich fabelhaften Schauspiel belohnt. Besonders hervorzuheben sind hier Viola Davis als gebrochene Frau, die zwar meist die Kontrolle über die Situation zu bewahren versucht, der es aber hin und wieder nicht gelingt ihre Emotionen zu verbergen, Elisabeth Debicki als von Männern oft benutztes Objekt, die im weiteren Verlauf zu neuem Selbstbewusstsein findet, sowie Daniel Kaluuya als psychopathischer Handlanger, von dem eine tatsächliche Bedrohung ausgeht. Selbst Liam Neeson darf hier in wenigen Szenen sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen.

Die Musik von Hans Zimmer ist, im Gegensatz zum Ruf des Mannes, erstaunlich zurückhaltend und pointiert. Sie unterstreicht die nach und nach anschwellende Spannung wirklich exzellent.

WIDOWS ist keinesfalls frei von Mängeln. Zuweilen etwas behäbig im Erzähltempo und für einen schlichten Blockbuster zu überladen und komplex. Kann man aber darüber hinwegsehen, bekommt man einen dennoch sehr gelungenen, spannenden, stylischen und vor allen Dingen gut gespielten Heist-Thriller.

BEWERTUNG
Letterboxd: 3,5 von 5
Moviepilot: 7 von 10 (Sehenswert)


Bildquelle: Warner Bros. Entertainment Inc.

THE GOOD LIAR – DAS ALTE BÖSE

OT: THE GOOD LIAR | Land & Jahr: UK, USA 2019 | Regie: Bill Condon | Darsteller:innen: Helen Mirren, Ian McKellen u.a. | Freigabe: FSK 12 | Laufzeit: ca. 110 min

Die Geschichte rund um einen rüstigen Betrüger und eine verwitwete ältere Dame, die ein leichtes Opfer für ihn darzustellen scheint, ist streckenweise arg konstruiert. Doch das charmante Schauspiel von Ian McKellen und Helen Mirren sowie die stilsichere Inszenierung von Bill Condon lassen das Publikum bereitwillig den einen oder anderen Brocken schlucken, so dass das Krimi-Drama THE GOOD LIAR am Ende immerhin solide Unterhaltung bietet.

BEWERTUNG
Letterboxd: 3 von 10
Moviepilot: 6 von 10 (Ganz gut)



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