REVIEW-SPECIAL: SCREAM

SCREAM (1996)

Damals waren Teenie-Slasher zumeist kaum noch viel mehr als Billigproduktionen, die ein Nischendasein in den hintersten Ecken der Videotheken fristeten. Doch dem Filmemacher Wes Craven sollte es gelingen, eben jenes Genre wieder aus der Versenkung zu heben. Wobei hauptverantwortlich für diesen Erfolg das zugrunde liegende Drehbuch aus der Feder von Kevin Williamson war. Dieser würzte die Geschichte mit einer Prise Humor und garnierte es mit vielen Metakommentaren. Auf diese Weise legten beide, Wes Craven und Kevin Williamson, den Grundstein für eine Horrorfilmreihe, die bald Kultstatus erlangen sollte und mit „Ghostface“ eine ikonische Horror-Figur hervorbrachte. Dabei klingt die Story erst einmal ebenso simpel wie austauschbar:

Was sich hier auf dem Bildschirm abspielt, ist oberflächlich betrachtet erst einmal nicht viel mehr als ein weiterer Teenie-Slasher zum vergessen. Doch was den Film gerade damals so frisch wirken und damit auch zum Hit werden ließ, war das bewusste Spiel mit den Genre-Konventionen. Der Film macht dem Publikum stets bewusst, dass es sich um einen Film handelt, sei es durch beiläufige Bemerkungen der Figuren oder durch die schier unzählig vorkommenden Filmreferenzen. Zwar geht dieses Spiel nicht so weit, dass sich die Figuren selbst bewusst darüber werden, dass sie sich in einem Film befinden, aber stellenweise durchschauen sie eine Art filmische Logik hinter der Vorgehensweise von Ghostface.

Dabei ist zumeist der Einsatz von Humor und Grusel recht ausbalanciert. Nur manchmal wirkt der eigentlich furchteinflößende Serienkiller etwas tolpatschig und unbeholfen. Nicht immer will es ihm gelingen, seine Opfer zu überrumpeln. Hier stolpert er, da stößt er sich – aufgrund solcher slapstickartigen Humoreinlagen muss der Maskenmann einiges an Bedrohung einbüßen. Im Kontrast dazu stehen wiederum die Gewaltspitzen, die, gerade für damalige Verhältnisse, recht ordentlich sind.

Bild: SCREAM (1996) Gale Weathers (Courtney Cox, l.), Randy Meeks (Jamie Kennedy, m.), Sidney Prescott (Neve Campbell, r.) / © Paramount Pictures

Sicherlich, heutzutage dürfte dieser Film niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Und ich würde auch nicht so weit gehen und SCREAM als filmisches „Meisterwerk“ bezeichnen. Aber nichtsdestotrotz ist dieser Streifen nach wie vor ein recht unterhaltsamer Whodunit, der das Genre des Teenie-Slashers damals noch einmal revolutioniert hat. Ob man Wes Craven und Kevin Williamson jedoch auch dafür danken möchte, welche neue Flut an gleichförmigen Teenie-Horrorfilmen wiederum hieraus hervorgegangen ist, bleibt natürlich jeder einzelnen Person selbst und vor allen Dingen dem eigenen Geschmack überlassen.


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