REVIEW-SPECIAL: SCREAM

SCREAM 3 (2000)

Auf SCREAM 2 folgte um die Jahrtausendwende dann SCREAM 3 und ursprünglich sollte dieser Teil die SCREAM-Reihe eigentlich zu einem fulminanten Abschluss bringen. So jedenfalls war die Vorstellung des Drehbuchautors Kevin Williamson. Dieser hatte ohnehin recht interessante Ideen, wie es sich in diesem finalen Akt mit den Figuren ausgehen könnte. Doch am Ende kam alles ein wenig anders als geplant. Denn Williamson hat dieses Mal nicht das Drehbuch beigesteuert. Das sollte sein Kollege Ehren Kruger für ihn übernehmen.

Doch ein Personalwechsel muss ja auch nicht gleich etwas Schlimmes bedeuten. Und auf dem ersten Blick ist erst einmal alles wie gehabt:

Die von den vergangenen Ereignissen nachhaltig traumatisierte Sidney Prescott lebt inzwischen völlig zurückgezogen. Kaum jemand weiß, wo sie sich aufhält und wie sie zu erreichen ist. Eigentlich möchte Sidney nur noch vom Radar verschwinden. Niemand soll mehr ihretwegen zu Schaden kommen. Doch das scheint offenbar jemanden zu stören. Dieser Jemand setzt alles daran, Sidney ausfindig zu machen – und diejenigen, die ihm dabei im Weg stehen, werden kaltblütig aufgeschlitzt.

Bald muss Sidney feststellen, dass sie sich nicht ewig verstecken kann. Also sucht sie Hilfe bei alten Bekannten, um herauszufinden, wer dieses Mal hinter der Maske steckt. Ihr Weg führt sie dabei bis nach HOLLYWOOD, dem Ort, wo Träume wahr werden – oder wo diese wie Seifenblasen zerplatzen. Zudem hütet dieser Ort ein düsteres Geheimnis, das nun droht ans Tageslicht zu kommen.

Oder kurz gesagt: Ein:e maskierte:r Mörder:in möchte Sidney zum wiederholten Male den Garaus machen und zieht dabei eine blutige Spur hinter sich her. Auch gibt es wieder massig Metakommentare und Film-Gags. Und am Ende steht erneut die Frage: Wer war‘s und was ist das Tatmotiv?

Bild: SCREAM 3 Gale Weathers (Courtney Cox, r.), Dewey Riley (David Arquette, r.) / © Kinowelt

Woran es in SCREAM 3 nun mangelt, ist nicht das WAS, sondern das WIE? WIE wird uns die Geschichte rund um Sidney Prescott (zu Ende) erzählt? In diesem Fall geschieht dies erstaunlich blutleer, dafür mit umso mehr Logiklöchern versehen und einer wahrlich hanebüchenen Auflösung sondergleichen. Zudem sind hier einige Figuren bewusst dubios geschrieben, so dass man zwangsläufig auf eine falsche Fährte kommen muss, und andere Figuren wiederum verhalten sich manchmal so dämlich, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte.

Jedoch ist bei weitem nicht alles schlecht an SCREAM 3, ganz im Gegenteil. So wird etwa der Fokus etwas mehr auf zwei, ebenfalls aus den ersten beiden Teilen bekannte Nebenfiguren gelegt: Deputy Dewey Riley (David Arquette) und Boulevard-Journalistin Gale Weathers. Gerade die Chemie zwischen diesen beiden ist es, die für einen gewissen Unterhaltungswert sorgt – was aber auch nicht sonderlich verwunderlich ist, waren die beiden Schauspieler:innen David Arquette und Courtney Cox zur damaligen Zeit tatsächlich ein Paar.

Obendrein werden auch in diesem Teil wieder gesellschaftskritische Töne angeschlagen, dieses Mal in Bezug auf sexuelle Übergriffe und der Ausnutzung von Machtpositionen. Wobei dies rückblickend und im Anbetracht dessen, dass Bob und Harvey Weinstein als Produzenten an diesem Film mitgewirkt haben, fast schon wieder wie ein besonders übler Scherz wirkt. Doch dafür kann der Film ja selbst nichts, dennoch bekommt seine Message aufgrund dieser Tatsache einen faden Beigeschmack.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s