REVIEW-SPECIAL: SCREAM

SCREAM 4 (2011)

Bei Horrorfilm-Reihen kann man eigentlich meistens davon ausgehen, dass das angekündigte „letzte Kapitel“ im Grunde gar nicht das letzte Kapitel sein wird. Auf FREITAG DER 13. – DAS LETZTE KAPITEL (1984, OT: FRIDAY THE 13th: THE FINAL CHAPTER, R: Joseph Zito) folgte schon ein Jahr darauf FREITAG DER 13. – EIN NEUER ANFANG (1985, OT: FRIDAY THE 13th: A NEW BEGINNING, R: Danny Steinmann), auf FREDDY‘S FINALE – NIGHTMARE ON ELM STREET 6 (1991, OT: FREDDY‘S DEAD: THE FINAL NIGHTMARE, R: Rachel Talalay) folgte bald FREDDY‘S NEW NIGHTMARE (1994, OT: WES CRAVEN‘S NEW NIGHTMARE, R: Wes Craven) und auf SCREAM 3 folgte elf Jahre später SCREAM 4 (gerne auch SCRE4M geschrieben).

Im Fall von SCREAM 4 war sogar Drehbuchautor Kevin Williamson höchst selbst dafür verantwortlich, dass es nun doch nicht bei der ursprünglich geplanten Trilogie und dem finalen Kapitel bleiben sollte. Da wir uns aber im SCREAM-Universum befinden, wird auch dieser Umstand mit vielen (selbst-)ironischen Kommentaren nahezu ausgeschlachtet. Und wie es sich für ein waschechtes Revival gehört, kehren natürlich alle wichtigen Figuren zurück auf die Leinwand:

Sidney (wieder: Neve Campbell) unternimmt eine Lesereise, um ihr neues Buch zu promoten, in welchem sie ihre Überlebensgeschichte verarbeitet hat. Und dafür macht sie einen Zwischenstopp auch an jenem Ort, wo das Grauen damals seinen Anfang nahm: Woodsboro. Dort begegnet sie auch Dewey (auch wieder: David Arquette) und Gale (ebenfalls wieder: Courtney Cox). Die zwei leben dort gemeinsam, sind inzwischen verheiratet und tragen beide den Nachnamen Riley. Er ist inzwischen Sheriff in Woodsboro. Sie hat dem Boulevard-Journalismus den Rücken gekehrt und versucht sich – mehr oder minder erfolglos – im Schreiben fiktionaler Texte.

Neben den bekannten Gesichtern werden aber auch neue vorgestellt. Dazu gehören unter anderem Sidneys jüngere Cousine Jill Roberts (Emma Roberts) sowie ihre High School-Clique bestehend aus Kirby (Hayden Panettiere) und Olivia (Marielle Jaffe).

Die Wiedersehensfreude zwischen Sidney, Riley und Gale währt jedoch nicht lange, denn schon kurz nach Sidneys Ankunft werden zwei Teenager:innen tot aufgefunden. Ermordet. Aufgeschlitzt. Die drei ahnen, was das bedeuten könnte: Ghostface scheint ebenfalls nach Woodsboro zurückgekehrt zu sein. Ein weiteres Indiz für diese Vermutung: Der Jahrestag der Woodsboro-Morde steht unmittelbar bevor…

Bild: SCREAM 2 Sidney Prescott (Neve Campbell) / © Kinowelt

Nachdem es die Protagonist:innen im recht blutleeren dritten Teil bis nach HOLLYWOOD verschlagen hatte, besinnt sich der vierte Teil wieder auf seine Wurzeln zurück. Das bedeutet konkret, dass der Schauplatz des Geschehens dieses Mal wieder Woodsboro ist und dass hier gemetzelt wird, was das Zeug hält. Des Weiteren lautet auch in SCREAM 4 die Devise zu erraten, wer hinter der Maske steckt, dabei aber auch ganz nebenher möglichst am Leben zu bleiben. Wer hinter der Maske steckt, kann zwar relativ schnell erraten werden, wenn man mit dem Schema der SCREAM-Filme vertraut ist und die gelegten (falschen) Fährten richtig liest, doch glücklicherweise tut dies dem Spaß an diesem Katz-und-Mausspiel keinen Abbruch.

Etwas plump hingegen kommt die Einführung von Sidneys erweitertem Familienteil daher, wurde dieser doch zuvor in keinem der bisherigen Filme auch nur mit einer Silbe erwähnt. Es macht den Anschein, als hätte Drehbuchautor Kevin Williamson die Tante und die Cousine von Sidney nur deswegen aus dem Hut gezaubert, um für noch etwas mehr Fallhöhe zu sorgen.

Dennoch ist SCREAM 4 eine erstaunlich frische und vor allen Dingen konsequente Fortsetzung der Reihe, so dass, trotz einiger Drehbuchschwächen, die Rückkehr nach Woodsboro wirklich viel Spaß bereitet.


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