MONTHLY SHORTS No. 15

Drei Filme und eine Serie: Das ist das Programm der Juli-Ausgabe von monthly shorts.

In der Coming-of-Age-Komödie METAL LORDS fröhnen drei Teenager:innen ihrer Leidenschaft für laute Musik und wollen ihr Können beim „Battle of the Bands“ unter Beweis stellen. In Guy Ritchies Heist-Thriller CASH TRUCK spielt Jason Statham einen Mann, der auf Rache sinnt. In THE GUEST besucht ein mysteriöser Ex-Soldat die Familie seines verstorbenen Kameraden – schon bald darauf geschehen die ersten Morde. Und in der sechsteiligen Mini-Serie TWO WEEKS TO LIVE begibt sich Maisie Williams alias Kim auf einen turbulenten, teils nicht ganz unblutigen Selbstfindungstrip.


Bild: METAL LORDS, © Netflix

METAL LORDS

OT: METAL LORDS | Land & Jahr: USA 2022 | Regie: Peter Sollett | Darsteller:innen: Jaeden Martell, Isis Hainsworth, Adrian Greensmith u.a. | Freigabe: ab 12 Jahren | Laufzeit: ca. 98 min | Abo (Stand: 02.08.2022): Netflix

Die Story um ein paar Außenseiter:innen, die die Liebe zur Musik vereint und die beweisen wollen, dass sie es drauf haben, sich dabei jedoch gegen ihr Elternhaus und andere Autoritäten durchsetzen müssen, ist freilich keineswegs neu, aber ein immer wieder gern aufgelegter Evergreen.

Es ist zwar zuweilen etwas unglaubwürdig, dass drei Teenager:innen musikalisch fast ausschließlich Altherrenbands nacheifern (selbst in meiner Jugend klangen für uns „Millenials“ Bands wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und Co. schon ziemlich angestaubt) oder dass es scheinbar kaum Übung bedarf, um Metal-Songs performen zu können. Aber selbst die ewige Nummer 1 unter den Coming-of-Age-(Rock-)Musikfilmen, SCHOOL OF ROCK, zeichnet sich nicht gerade durch Glaubwürdigkeit aus, also kann das wohl kaum als Kriterium gelten.

Am Ende ist METAL LORDS genauso unterhaltsam wie erhofft und zudem gefühlvoller als erwartet. Zwar benötigt der Film etwas Zeit, um sich einzugrooven. Ist der Rhythmus aber erst einmal gefunden, trifft er fast immer die richtigen Töne.

Bild: METAL LORDS Hunter (Adrian Greensmith, l.), Kevin (Jaeden Martell, r.) / Photo Cr. Scott Patrick Green, © Netflix 2022

BEWERTUNG
Letterboxd: 3,5 von 5
Moviepilot: 7 von 10 (Sehenswert)


Bild: CASH TRUCK, © Studiocanal

CASH TRUCK

OT: WRATH OF MAN | Land & Jahr: USA, UK 2021 | Regie: Guy Ritchie | Darsteller:innen: Jason Statham, Holt McCanally, Josh Hartnett u.a. | Freigabe: FSK 16 | Laufzeit: ca. 114 min | Abo (Stand: 02.08.2022): WOW

CASH TRUCK – oder WRATH OF MAN, wie der zutreffendere Originaltitel lautet – kommt für einen Guy Ritchie-Film ungewohnt grimmig daher. Stilistisch wie erzählerisch bleibt seine Handschrift aber weitestgehend erkennbar. So wird die zugrundeliegende und um Prinzip recht dünne Rachegeschichte teils unnötig verkompliziert und auf knapp zwei Stunden Laufzeit aufgebläht. Dennoch will aufgrund der durchgestylten Inszenierung, der wuchtigen Action sowie der schnittigen Montage so etwas wie Langeweile zu keinem Zeitpunkt aufkommen.

Und auch thematisch ist sich Guy Ritchie weitestgehend treu geblieben, denn wie eigentlich immer hat er einen Männerfilm über fast ausschließlich männliche Figuren für ein vorwiegend männliches Publikum gedreht. Wobei CASH TRUCK sogar (beabsichtigt?) ein Schlaglicht auf die Schattenseite einer übertriebenen, einer toxischen Männlichkeit wirft. Und so kommt man(n) am Ende nicht umhin sich zu fragen, ob das, was man(n) da gerade gesehen hat, unheimlich cool oder nicht doch viel eher unglaublich traurig ist.

Bild: CASH TRUCK H (Jason Statham) / © Studiocanal

BEWERTUNG
Letterboxd: 3,5 von 5
Moviepilot: 7 von 10 (Sehenswert)


Bild: THE GUEST / © splendid film

THE GUEST

OT: THE GUEST | Land & Jahr: USA 2014 | Regie: Adam Wingard | Darsteller:innen: Dan Stevens, Maika Monroe u.a. | Freigabe: FSK 18 | Laufzeit: ca. 99 min | Abo (Stand: 02.08.2022): –

Der Ex-Soldat David (Dan Stevens) sucht die Familie Peterson auf, welcher er sich als Freund und ehemaliger Kamerad des im Kriegseinsatz verstorbenen ältesten Sohnes vorstellt. Die Petersons heißen David mit offenen Armen willkommen und bieten ihm sogar an, für einige Zeit bei ihnen zu bleiben. Der Aufenthalt von David scheint der Familie zunächst gut zu tun. Nach und nach kommen jedoch erste Zweifel an Davids Hintergrundgeschichte auf. Und darüber hinaus geschehen schon bald die ersten Morde…

Bevor Regisseur Adam Wingard mit GODZILLA VS. KONG in das monströse Blockbuster-Business eingestiegen ist, hatte er noch eher kleinere Indie-Filme wie THE GUEST gedreht. Gerade einmal 5 Millionen US-Dollar sollen die Produktionskosten betragen haben. Zwar war der Film an den Kinokassen ein Flop, da er nur knapp die Hälfte des Budgets wieder einspielen konnte. Aber in den Jahren darauf avancierte THE GUEST zu einem regelrechten Kultfilm.

Und tatsächlich kommt THE GUEST als ein interessanter Genre-Mix daher. So beginnt der Film als eine Art (Militär-)Drama, lässt wenig später ein paar Coming-of-Age-Elemente mit einfließen, entwickelt sich von da aus zu einem Thriller mit Action-Einlagen und mündet schließlich in einem horrormäßigen Showdown.

Die Story selbst ist hingegen wenig originell. Auch fällt es zu Beginn noch etwas schwer Anschluss zu finden, da David selbst eine sehr ambivalente Figur ist – auf der einen Seite charmant und zuvorkommend, auf der anderen Seite aber irgendwie auch psychopathisch. Und die Petersons wollen sich zunächst ebenfalls nicht so recht zur Identifikation anbieten – zu stereotyp sind die Charaktere, zu blass die Figurenzeichnung. Aber dennoch gelingt es dem Film das Publikum bei der Stange zu halten und zusehends wird auch die Spannung immer weiter angezogen.

Als wahrer Glücksgriff erweist sich Dan Stevens, der es schafft, die verschiedenen Facetten von David darzustellen. Im einen Moment lächelt er nett und freundlich in die Kamera und im nächsten Moment, als hätte sich ein Schalter umgelegt, brennen sich seine eisblauen Augen förmlich durch den Bildschirm.

Der größte Selling-Point neben Dan Stevens ist wohl aber der Soundtrack. Dieser ist zwar, ebenso wie die Story, wenig originell, da THE GUEST, wie so viele andere Filme und Serien auch, zumindest in dieser Hinsicht nicht am 80s-Hype vorbeigekommen ist. Aber der Synthie-Sound, der aus den Lautsprechern wummert, weiß, wie das Gesamtergebnis, dann trotzdem zu gefallen.

Passenderweise wurde THE GUEST am 1. April dieses Jahres ein Sequel der ganz besonderen Art spendiert – nämlich in Form eines Soundtracks. Immerhin scheint für Adam Wingard aber auch ein filmisches Sequel nicht unmöglich zu sein. Ob der Soundtrack mit dem Titel THE GUEST II aber auch im Endergebnis zu hören sein wird oder nur als kreative Stütze dient, wird sich wohl erst noch zeigen – vorausgesetzt es kommt überhaupt dazu. Denn zumindest momentan scheinen sowohl Regisseur Adam Wingard als auch Dan Stevens mit dem KONG VS. GODZILLA-Nachfolger genügend ausgelastet zu sein.

Bild: THE GUEST David (Dan Stevens) / © splendid film

BEWERTUNG
Letterboxd: 3,5 von 5
Moviepilot: 7,5 von 10 (Sehenswert)


Bild: TWO WEEKS TO LIVE / © Sky Studios

TWO WEEKS TO LIVE

OT: TWO WEEKS TO LIVE | Land & Jahr: USA 2014 | Regie: Al Campbell | Darsteller:innen: Maisie Williams, Mawaan Rizwan, Taheen Modak u.a. | Freigabe: ab 16 Jahren | Laufzeit: 6 Folgen à ca. 24 min | Abo (Stand: 02.08.2022): WOW (sowie bis zum 08.08.2022 in der ZDF Mediathek)

In der britischen Mini-Serie TWO WEEKS TO LIVE geht es um die junge Kim (Maisie Williams), welche ihre Mutter und damit auch die Welt, die sie bisher kannte, verlässt. Sie möchte herausfinden wie es ist, auf eigenen Füßen zu stehen. Zudem hat sie einige Dinge auf ihrer Bucket List stehen, die sie gerne einmal ausprobieren möchte. Darüber hinaus befindet sie sich aber auch auf einer ganz persönlichen Mission. Als sie jedoch die beiden Freunde Jay (Taheen Modak) und Nicky (Mawaan Rizwan) in einem Pub kennenlernt, überschlagen sich kurz darauf die Ereignisse. Und schon bald weiß Kim nicht mehr, was wahr und was falsch ist, und sie fängt an sich zu fragen, ob das Leben, das sie bisher geführt hat, nur eine einzige Lüge gewesen ist.

Zu Beginn hat TWO WEEKS TO LIVE ein paar kleinere Startschwierigkeiten. Vor allen Dingen die ersten beiden Folgen wirken tonal etwas unausgewogen. In der Serie wird viel mit ironischen Brechungen gearbeitet, um auf diese Weise Humor zu erzeugen und dem Gezeigten ein wenig Leichtigkeit zu verleihen. Allerdings wirken die Gags oft erzwungen und somit deplatziert. Im weiteren Verlauf fängt sich das Ganze allerdings. Vor allen in den letzten beiden Episoden kommen sogar noch ein paar emotionalere Momente auf.

Maisie Williams war zudem die passende Wahl für die Hauptfigur Kim, deren zierliche Erscheinung und teils naives Wesen im totalen Kontrast zu ihren Kampf- und Waffen-Skills stehen. Zwar hapert es etwas an Masie Williams‘ komödiantischem Timing – womit allerdings die Serie generell zu kämpfen hat. Wie aber schon in GAME OF THRONES zuvor, beweist Williams auch hier, dass sie ihrer Rolle den nötigen emotionalen Tiefgang verleihen kann.

Insgesamt ist TWO WEEKS TO LIVE vielleicht nicht der ganz große Wurf. Dennoch bietet die Serie zumindest kurzweilige Unterhaltung und versprüht obendrein den typischen britischen Charme. Dadurch lassen sich die gerade einmal sechs Episoden mit einer Laufzeit von jeweils nur knapp 25 Minuten äußerst schnell wegbingen.

Bild: TWO WEEKS TO LIVE Kim (Maisie Williams) / © Sky Studios

BEWERTUNG
Letterboxd: 3 von 5
Moviepilot: 6,5 von 10 (Ganz gut)



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